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Heute habe ich zum ersten Mal in meinem Leben das Bedürfnis, meine Meinung mit der Öffentlichkeit zu teilen und auch gezielt auf verschiedenen Kanälen zu verbreiten, denn es herrscht eine aufgeladene Stimmung zwischen Parlamentariern und der Bevölkerung in ganz Europa. In diesem und vielen weiteren Beiträgen auf der ganzen Welt geht es um den massiv umstrittenen Artikel 17 – besser bekannt als ehemaliger Artikel 13 – aus dem Vorschlag zu einer europäischen Urheberrechtsreform. Doch nur selten sind die Informationen in solchen Beiträgen vollständig oder können alle Facetten dieses komplexen Themas beleuchten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es zu einem solch emotional aufgeladenen Thema viel mehr zu sagen gibt, als auf ein paar Seiten in einem neuen Blog passen kann. Aus diesem Grund möchte ich mir ausdrücklich nicht anmaßen, die eine absolute Wahrheit hier runterschreiben zu können. Aber ich kann mit Überzeugung sagen: Das kann niemand.

Jede Meinung ist geprägt von eigenen Erfahrungen und Prioritäten. Die daraus entstehende Diskussion ist Grundlage einer jeden Demokratie und deshalb verfasse ich auch diesen Beitrag. Daher ist die Unterstützung der Urheberrechtsreform durch prominente Künstler ebenso verständlich und wichtig wie die Ablehnung der Urheberrechtsreform durch 200.000 Demonstranten, die alleine am vergangenen Samstag in Europa auf die Straßen gegangen sind.

Meine Position ist klar, ich stehe auf der Seite der Demonstranten. Auch ich lehne die Urheberrechtsreform in der aktuellen Vorlage ab. An dieser Stelle möchte ich diese Meinung natürlich auch begründen. Das Wichtigste vorweg: Ich respektiere das geistige Eigentum jeglicher Urheber und möchte nicht, dass ihre Werke ohne deren Zustimmung verwendet oder sogar für falsche Zwecke missbraucht werden. Das gilt für jegliche Art an Werk, sei es Musik, Schrift, Spiel, Video, etc. Diese Meinung teile ich übrigens mit den vielen Demonstranten, die gegen die Urheberrechtsreform protestieren. Keiner möchte, dass die Künstler nicht fair für ihre Arbeit bezahlt werden. Die Organisatoren der Proteste wiederholen diesen Punkt regelmäßig, auch wenn er sehr gerne ignoriert wird.

Bei der aktuellen Vorlage liegt der Teufel aber wie üblich im Detail. Denn so gut und nobel dieser Vorstoß in das digitale Urheberrecht auch sein mag, so anfällig ist er bei der Formulierung der Maßnahmen, die getroffen werden sollen, um die Urheber vor der Verletzung ihrer Rechte zu schützen. Und damit komme ich zu Artikel 17 (bzw. 13) und dem Hauptgrund für die Proteste gegen die Reform.

Auf den folgenden Seiten möchte ich also folgende Aspekte behandeln:

  1. Was steht überhaupt in Artikel 17?
  2. Wieso haben die Leute so viel Angst vor Artikel 17?
  3. Wieso bin ich gegen die Urheberrechtsreform?